Strukturelle Führungsdiagnostik · Befundlogik
Wahrgenommene (LWC) und objektive (SJA) strukturelle Reibung gekreuzt
Spalten = LWC (wahrgenommene Belastung, subjektiv) · Zeilen = SJA (objektive Strukturbelastung)
Frühwarnung
Die Stellenarchitektur ist objektiv belastet — die Führungskraft kompensiert noch und funktioniert. Das Zeitfenster für strukturelle Prävention ist offen. Was wie Stabilität aussieht, ist Kompensation auf Zeit.
Diagnostisch wertvollstes Muster
Systemische Verdichtung
Struktur und Erleben sind beide erhöht. Die Belastung der Führungskraft ist die vorhersehbare Folge messbarer Stellenbedingungen — keine Charakterfrage.
Intervention: strukturell
Kein struktureller Befund
Beide Instrumente unauffällig, kein Nullergebnis, sondern ein aktiver Befund: Die Stelle ist strukturell tragfähig. Schützt vor unnötigen Interventionen und dient als Baseline für Folgeerhebungen.
Baseline gegen späteren Drift
Hypothese: Persönlichkeit
Struktur unauffällig, Erleben dennoch erhöht. Der einzige Fall, in dem ohne weitere Abklärung keine strukturelle Empfehlung ausgesprochen werden kann. Zu prüfen: nicht erfasste Struktur, sondern persönliche Faktoren oder Rollenpassung.
Qualitative Vertiefung
Abbildung. Vier Befundmuster aus der Kombination von wahrgenommener (LWC) und objektiver (SJA) struktureller Reibung. Anmerkung. Die Kreuzung der subjektiven Selbstauskunft (LWC) mit dem objektiven Strukturaudit (SJA) ergibt vier diagnostisch unterscheidbare Muster. Im explanatory-sequential Mixed-Methods-Design bildet diese Matrix den Integrationspunkt (point of interface): Die konvergenten Muster auf der Diagonale (B, C) sind quantitativ eindeutig; die divergente Off-Diagonale (A, D) — in der Struktur und Erleben auseinanderfallen — bildet das Scharnier, an dem die qualitative Phase (Deep-Dive) ansetzt und die Triage zwischen struktureller und persönlicher Ursache erst möglich wird. LWC = Leadership Workload Check; SJA = Structural Job Audit.